Dezember 17th, 2010
Weihnachten und Sylvester mal anders – last minute nach China
Peking und die verbotene Kaiserstadt
Wer sich mit den Feiertagen über Weihnachten eine richtige Auszeit gönnen möchte, kann mit einem Reisegutschein – z.B. mit “ab in den Urlaub” durch Coupons bei Gutscheinaffe – möglichst wenig überflüssigem Gepäck und stattdessen gutem Schuhwerk, einer handlichen Kamera und leichter Trekkingausrüstung einige der zahlreichen Weltwunder Asiens erleben. Ob allein oder zu zweit, China ist immer eine Entdeckung auf den Spuren Marco Polos wert. Ein Last minute Flug nach Peking und binnen weniger Stunden ist der Weihnachtsurlauber in einer völlig anderen Welt. Die erste Nacht gönnt sich der Reisende zum Erholen erst einmal in einem 4 Sterne Hotel in der Innenstadt.
Am Folgemorgen, mit einem guten Frühstück als Basis, kann dann der erste Ausflug nach Norden beginnen, um den Sommerpalast und den ausgedehnten Garten der chinesischen Kaiser zu besuchen. Obwohl das gesamte Reservat des kaiserlichen Palastes nur 15 km von Peking entfernt ist, also leicht mit einem Taxi oder Mietwagen zu erreichen, könnte der Besucher Tage in die 290 ha Land investieren, um den Garten des goldenen Wassers, der seit 1153 besteht, zu erforschen. Es genügt jedoch auch, einige der wichtigen Aussichtspunkte persönlich in Augenschein zu nehmen und mit der Kamera festzuhalten: der achteckige Pavillon, etwas über 40 m hoch, auf dem Berg der Langlebigkeit mit dem wunderbaren Blick auf den Kummingu – See, dann die Halle der Langlebigkeit, an der man über 700 m einen Flur durchschreiten kann, der mit bunten Holzmalereien und lauter Episoden aus der chinesischen Geschichte geschmückt ist. Leider ist nicht jeder Besucher der chinesischen Zeichen mächtig, um die Details genau zu verstehen, aber die gemalten Szenen erzählen auch bildhaft genug. Weitere beeindruckende Denkmäler sind das marmorne Schiff mit dem Drachenbug und steinernen Rädern und Körper. Wer die Chance nutzt, eine Bootsfahrt über den Kumminghu See zu unternehmen, kann hunderte zauberhafter Landschaftsaufnahmen mit nach Hause nehmen und muss natürlich auch die Brücke mit den 17 Bögen unbedingt fotografieren. Bedenkt der Reisende, dass dieser Palast erst seit Mitte der 20er Jahre der Öfffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Franzosen und Engländern niedergebrannt wurde, um dann ab 1888 auf Veranlassung des chinesischen Kaiserhauses wieder restauriert zu werden, so weiß er, wie wertvoll diese Eindrücke sind.
Der Rest der ersten Woche kann dann leicht in Peking verbracht werden, um mit der Fahrradrikscha, dem Pekinger Altstadttaxi, zu den städtischen Wahrzeichen zu kommen. Der Tiananmen Platz oder Platz des himmlischen Friedens ist der größte Stadtplatz der Welt, allerdings wird der himmlische Frieden doch sehr vom Verkehrschaos, der Umweltverschmutzung und allgemeinem Gedränge beherrscht. Trotzdem sollte jeder Besucher wenigstens die Halle des Volkes an der Westseite angeschaut haben, die Ende der 50er Jahre auf einer Fläche von über 170.000 m² gebaut wurde. Im Zentrum des großen Platzes, in der Nähe der roten Gedenkhalle mit dem Sarkophag aus Kristall des Mao Tse Tung steht ein Obelisk, während ein großes Maobild die Außenwand schmückt und ein Denkmal an den Sieg des Volkes erinnert. Das Tor am großen Platz ist seit dem 15. Jahrhundert der Eingang zur verbotenen Stadt der chinesischen Kaiser. Genau dort begann die Geschichte der Volksrepublik China am 1.10.1949. Über 700.000 m² umfasst die Kaiserstadt mit dem Palast, der von einer hohen Mauer und einem 50 m breiten mit Wasser gefüllten Graben umgeben ist. Der Palast selbst und als Teil davon, die Harmoniehalle und der Thronsaal, sind wirklich eine Besichtigung wert, allein schon aufgrund der prunkvollen Ornamente und des goldenen Thrones. Der Himmelstempel mit drei Terrassen aus weißem Marmor liegt nicht weit davon. Von dort können schöne Fotos mit Blick auf die verbotene Stadt gemacht werden. Der Erntedanktempel glitzert durch ein Dach mit lauter blauen Dachziegeln wunderbar in der Sonne. Die Tage sind viel zu kurz, um alles, was Peking bietet, wirklich ausführlich anzusehen. Die Kaisergräber aus der Ming Dynastie des 14. bis 18. Jahrhunderts verschlingen auch einen ganzen Tag mit Mietwagen oder Mietwagen und Touristenführer, wenn man wirklich von dem großen Gebiet von 40 km² mit lauter heiligen Hallen und Kunstwerken darin, die wichtigsten Figuren, Gebäude und Fakten mitnehmen will.
Die chinesische Mauer
Nach einem Ruhetag mit Bummel über chinesische Altstadtmärkte zum Fotografieren von allerhand buntem Schnickschnack, chinesischen Puppen, Drachenfiguren und allerhand ungewohnten Speisen, muss natürlich auch ein Ausflug in den Nordwesten eingeplant werden, damit man daheim sagen kann, man sei auch an der chinesischen Mauer gewesen. Die 60 km sind auch mit dem Auto schnell zu bewältigen, weniger schnell allerdings die Massen der Besucher, die auf den 6.700 heute noch erhaltenen km herumturnen, um Fotos zu schießen. Der höchste Punkt der Mauer mit ihren Wehrtürmen an strategischen Stellen ist beim Badaling Pass. Die Anfänge der chinesischen Mauer sind über 2000 Jahre alt und dienten der Abwehr der einfallenden Hunnen, später der Mongolen. Erst kurz vor 1950 wurde die chinesische Mauer zu einer Touristenattraktion, um Devisen in das Land zu bringen.
Vom Norden Chinas nach Tibet und mit der Eisenbahn zurück
Wer sich schon soweit in den Norden vorgewagt hat, sollte bei seinem Auto-Ausflug auch möglichst noch nach Song Shan zum Shaolin Kloster fahren. Dort ist die Wiege des Kung Fu und das Kloster hat vor allem durch die Verfilmung mit Angelina Jolie wieder Interesse geweckt. Hinter dem Shaolin Kloster führt ein Trampelpfad zu den berühmten Höhlen, die mit zahlreichen Buddhas ausgestaltet sind.
Junge Reisende, die das Bergabenteuer lockt, können von Luoyang aus weiter nach Lhasa fliegen und sich ein wenig in Tibet umsehen. Allerdings sollte man sich rechtzeitig um das Visum für Einreise und Aufenthalt kümmern. Von Lhasa aus lohnt es sich die noch nicht lange eröffnete Eisenbahnstrecke in 4.000 m Höhe durch den Himalaja nach Xining zurück zu fahren. Aus dem fahrenden Zug lassen sich hunderte von überwältigenden Bergkulissen fotografieren.
Reiselustige, worauf wollt ihr noch warten – ab in den Urlaub und auf zu südostasiatischen Abenteuern.